Hersteller: Bay Keramik
Bay Keramik (Eduard Bay GmbH) wurde 1933 von Eduard Bay im Westerwald gegründet. Nach einer Startphase mit Terrakotta erfolgte 1936 die Umstellung auf glasierte Keramik. In den 1950er Jahren etablierte sich das Unternehmen mit dekorativen Vasen, Schalen und Gebrauchsobjekten – gestaltet u. a. von Josef Koch und später Bodo Mans – und wurde zu einem bedeutenden Hersteller westdeutscher Keramik .
Serielle Fertigung & Design
Bay fertigte mit industriell seriengefertigten Tonformen, die vielfältig glasiert wurden. Das Sortiment reichte von Vasen (ein- und mehrteiligen Krugvasen), Schalen, Aschenbechern bis zu Gebrauchskeramik wie Teekannen. Auf dem Vasenboden findet sich oft der Schriftzug „W. Germany“ oder „West-Germany“ – Hinweise auf den Herstellungszeitraum ab 1957. Ebenfalls in der Bodenkennung enthalten: eine dreistellige Seriennumer sowie die Höhe der Vase.
Designer wie Bodo Mans prägten ab den 1960er Jahren das Erscheinungsbild mit modernen, teils auffälligen Glasuren. Neben figurativen Formen fertigte Bay auch den bekannten Römertopf (erfunden 1966 von Franz Peter Münch), dessen Markenrechte später eigenständig ausgelagert wurden .
Codierte Designgeschichte
Bay Keramik stellte bis zur Einstellung der Produktion 1998 keramische Alltags- und Zierobjekte her . Die vintage Objekte aus der Blütezeit, insbesondere mit prägnanten Glasuren und charaktervollen Formen, gelten als emblematisch für die westdeutsche Keramikproduktion der Nachkriegszeit.
Das codierte Zahlensystem erleichtert heute die Identifikation und Einordnung dieser Keramikstücke. Die Kombination aus industrieller Formbarkeit und gestalterischem Anspruch macht Bay Keramik zu einem wichtigen Kapitel der deutschen Designgeschichte.