Designer: Carl Thore
Carl Thore ist das Pseudonym des schwedischen Designers Sigurd Lindkvist (geb. 1916 in Åmål), der ab Anfang der 1960er Jahre für Granhaga Metallindustri tätig war. Unter diesem Namen gestaltete er minimalistische und skulpturhafte Pendel-, Tisch- und Wandlampen, die mit ihrer Space-Age-Ästhetik typisch skandinavischen Minimalismus mit technischer Raffinesse verbinden.
Modulare Konstruktionen
Thores Entwürfe setzen auf klare, modulare Konstruktionen – meist aus gebürstetem Aluminium oder Kupfer, teils ergänzt um farbiges Glas oder Kunststoff. Kennzeichnend ist sein „Stapel“-System (Trava), bei dem mehrere konzentrische, parabelförmige Schirme Licht streuen und blendfrei machen – ein Ansatz, der vergleichbar ist mit Poul Henningsens PH-Design.
Die bekannteste Form, die Trava-Lampe, erschien in vielen Größen und Farben und war in Schweden weit verbreitet, später auch exportiert nach Dänemark, Großbritannien, Niederlande und Südafrika. Zusätzlich entwarf Thore Modelle wie die großformatige Kugelpendelleuchte „Le Monde“, bestehend aus farbig beschichteten Aluminiumringen und zentralem Lichtzylinder. Ein skulpturales Statement aus den 1960er Jahren.
Gestalterisches Erbe
Carl Thores Leuchten, besonders die Trava-Serie, gelten heute als Klassiker skandinavischer Nachkriegsbeleuchtung und stehen exemplarisch für eine funktionale, formbewusste Light-Design-Tradition. Ihre blendfreie Wirkung, Materialwahl und modulare Idee wirken bis in moderne Lampendesigns hinein. Thores Arbeiten wurden oft fälschlich Fog & Mørup zugeschrieben, was ihren gestalterischen Anschluss an dänische Lichtinnovationen zeigt. Heute werden Originale als Referenzstücke im Mid‑Century-Design geschätzt und befeuern die Renaissance minimalistischer Raumbeleuchtung.